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Verbandsgeschichte
 

Ursachen für die vergleichsweise späte Gründung des hiesigen Kreisverbandes sind schwer auszumachen:  Einerseits waren erst seit 1915 im damaligen Gladbach-Land (Windberg bis Pesch mit dem Rathaus in Waldhausen) einige wenige Gartenbauvereine entstanden, andererseits hatte eine sozial-orientierte Wohnungsbaupolitik ausgeprägte Arbeiterviertel mit Mietskasernen in Mönchengladbach nie entstehen lassen.
Am 2. Mai 1922 fanden sich die Gartenbauvereine zu einer Vertreterversammlung ein, um den Verband der Kleingartenbauvereine Groß- Gladbach zu gründen. Dazu wurde eine Satzung beraten und angenommen, die am selben Tag in Kraft treten sollte. Die Vertreterversammlung fand am 26. Mai erneut statt, die Satzung wurde nochmals beraten und u.a. der Name leicht abgewandelt in Gartenbauvereine. Diese Satzung trat schließlich am 1. Juni 1922 in Kraft. Danach bestand der Vorstand lediglich aus drei Personen : Vorsitzender, Schriftführer und Rechner. Erster Verbandsvorsitzender war der Lehrer Johannes Hansen, der an der Gartenbauschule (Graf-Haeseler-Schule) in Neuwerk unterrichtete. Schriftführer war Johann W. Allwicher und Kassierer der Lehrer W. Schmitter. Das ist die Geburtsstunde des heutigen Kreisverbandes Mönchengladbach der Kleingärtner e.V.

Bereits 1914 hatte sich in der Bürgermeisterei Neuwerk ein Gartenbauverein gegründet, der jedoch nur kurze Zeit bestand. Älteste noch heute bestehende Anlage ist der Gartenbauverein Windberg (heute Kleingärtnerverein Windberg) von 1915, dem weitere Gründungen in Venn, Dahl- Ohler-Landwehr, Holt, Pesch und Bökelberg folgten; alle Ortsteile bis auf Bökelberg, lagen in der damaligen Bürgermeisterei Gladbach-Land. 1919 schlossen sich mehrere Vereine zur Vereinigung der Gartenbauvereine von M.-Gladbach und Umgebung unter dem Vorsitz des Lehrers Johannes Noever zusammen, ein Verband, der jedoch ohne Wirkung blieb.

Im Jahre 1921 wurde die Stadt M.-Gladbach (München-Gladbach) und die Bürgermeisterei Gladbach-Land (mit Rheindahlen und Neuwerk) zur neuen Stadt München-Gladbach vereinigt. Daher hieß die Noeversche Vereinigung von 1919 noch M.-Gladbach und Umgebung, während es im Namen des 1922 gegründeten Kreisverbandes Groß-Gladbach heißt.

1920 hatte der damalige städtische Gartendirektor Felix Hartrath die Gründung eines Schrebergartenvereins angeregt, der lebhaften Zuspruch erfuhr. Das Gelände befand sich überwiegend in Alsbroich, also innerhalb des Stadtgebietes. Die Anlage Alsbroich mit Rosengarten und Rohrmühle zählte 1923 nicht weniger als 420 Mitglieder. Noch heute ist der Kleingärtnerverein Alsbroich der mitgliederstärkste Vereine im Kreisverband.

Aus den erhaltenen Gründungsstatuten seien hier einige erwähnenswerte Passagen aus dem Abschnitt “Verbandszweck” wiedergegeben:

Vertretung der Interessen der Kleingärtner und der Kleintierhalter bei den städtischen und staatlichen Amtsstellen, Mithilfe bei der Durchführung der gesetzlichen Bestimmungen über den Kleingartenbau, Vermittlung von Bedarfsartikeln für Kleingärtner und Kleintierzüchter, Hebung des Gesamtzustandes der Kleingartenkolonien, insbesondere durch Besichtigungen, Förderung des Ausstellungswesens sowie Vermittlung fachmännischer Beratung und belehrende Vorträge.

Als wichtiges Anliegen erachtete der Verband stets auch die Schaffung von Dauerkolonien, ein Ziel, das mit den ersten Grundstückskäufen 1925 seinen Anfang nahm. Bemerkenswert ist auch, wie damals der Oberbürgernmeister der Stadt M.-Gladbach, Franz-Gielen, den Stand 1925 einschätzte:

Die Kleingartenbewegung ist unbedingt eine Sache, die gefördert werden muß ... Hier in M.-Gladbach ist in der Ausgestaltung der Kolonien noch manches zu tun. Noch immer stört der hässliche Stacheldrahtzaun, dem man ansieht, dass er schon oft geflickt und erneuert worden ist. Es ist Zeit, dass er durch grüne Ligusterhecken ersetzt wird. ... Die alten Baracken und Dachpappenbuden müssen verschwinden und freundlichen Lauben Platz machen. ...Es darf in unseren Reihen auch keine Vereinsmeierei herrschen, sondern darüber hinaus muß jeder Verein das große Ziel im Auge haben:  Jedem ein Garten auf eigener Scholle oder in einer Dauerkolonie. Wir brauchen eine Einigkeit in unseren Reihen, denn ... es gibt reichlich Laue in den Vereinen, ja sogar selbst in den Vorständen. Der Geist der Lauen muß bekämpft werden...

Die kommunale Gebietsentwicklung von 1929 (Zusammenschluß der Städte M.-Gladbach und Rheydt mit Odenkirchen, Giesenkirchen und Hardt) bedingte zu, 31. Oktober 1930 eine Namensänderung: Verband der Kleingartenvereine Gladbach-Rheydt e.V.  Beide Städte wurden 1933 wieder getrennt; der gemeinsame Verband bestand jedoch noch bis 1935, als er sich in zwei Stadtgruppen aufteilte. Der Verband der Kleingartenvereine Stadtgruppe M.-Gladbach stand weiterhin unter dem Vorsitz von Johannes Hansen, der dieses Amt noch bis 1965, also insgesamt 43 Jahre bekleidete. In dieser Zeit wurde der Verband noch zweimal umbenannt: am 30. März 1947 in Kreisverband der Gartenbauvereine M.Gladbach und 1954 in Kreisverband M.Gladbach der Kleingärtner e.V. Auf Johannes Hansen folgte von 1965 bis 1975 Paul Hahnen, der dem Kreisverband auch noch vorstand, als 1975 nach der kommunalen Neuordnung die Verbände Mönchengladbach und Rheydt verschmolzen wur- den. 1980 übergab der den Vorsitz an Heinz- Josef Claßen.

Heute vertritt der Verband, der seit 1983 das Haus Brucknerallee 190 nahe der ehemaligen Stadtgrenze zwischen Gladbach und Rheydt sein Eigen nennt, im Stadtgebiet von Mönchengladbach insgesamt 50 Kleingärtnervereine, darüber hinaus in den Städten Korschenbroich und Kaarst je einen Verein. Fünf dieser Vereine sind älter als der Verband: das jüngste Verbandsmitglied ist seit dem 1. Januar 1997 der Kleingärtnerverein Holzbüttgerhaus in der Stadt Kaarst.

Der Verband der Kleingartenvereine Stadtgruppe Rheydt wurde am 2. Februar 1935 gegründet von den damals bestehenden 12 Kleingärtnervereinen Mülfort-Bruch, Rheydt- Hohenberg, Schloß-Rheydt, Am Stadtpark, Rheydt-West, Rheydt-Güdderath, Reststrauch, Am Stadion, Am Stadtwald, Heyden, Botzkaul und Ohler. Bis Dezember 1945 war Josef Scholmeister Verbandsvorsitzender; auf ihn folgte Hermann Ell. In seiner Amtszeit wurde 1947 der Verband umbenannt in Kreisverband der Gartenbauvereine. Mit dieser Satzungsänderung wechselte auch der Vorsitz auf Ewald Thülig. Entsprechend der Änderung in M.Gladbach wurde auch in Rheydt 1954 die Verbandsbezeichnung geändert: Kreisverband Rheydt der Kleingärtner. Nach Ewald Thülig übernahm 1959 für vier Jahre Albert Stegemann den Vorsitz, danach folgten Erich Hippler (1963 - 1970) und Hans Klemens Dahl (1970 - 1974).

Die letzte Mitgliederversammlung des Rheydter Kreisverbandes fand am 28. November 1974 im Vereinshaus des Kleingärtnervereins Pongs statt. Bereits vorher waren mit dem Mönchengladbacher Kreisverband Verhandlungen über eine neue Satzung und eine Fusionierung beider Verbände geführt worden. Da jedoch nach Vereinsrecht Zusammenschlüsse nicht möglich sind, fassten die Verbandsmitglieder folgenden Beschluss:

Infolge der kommunalen Neugliederung und die damit verbundenen Aufgabe des selbständigen Kreises Rheydt beschließt die Mitgliederversammlung zum 14. Dezember 1974 die Auflösung des Kreisverbandes Rheydt der Kleingärtner e.V. (...) Er tritt mit allen Mitgliedsvereinen am 15. Dezember 1974 geschlossen in den Kreisverband Mönchengladbach der Kleingärtner e.V. ein, der die Rechtsnachfolge antritt.